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Englischsprachige Literatur in Übersichtsarbeiten zitieren: wörtliche Übersetzung, sinngemäße Übersetzung und Paraphrase

Englischsprachige Literatur in Übersichtsarbeiten zitieren: wörtliche Übersetzung, sinngemäße Übersetzung und Paraphrase – drei Linien, die nicht vermischt werden dürfen. Beim Schreiben einer Übersichtsarbeit habe ich die Schlussfolgerung eines englischsprachigen Artikels „sinngemäß“ in eigene Worte

DokumentübersetzungTextübersetzungKI-Assistent für Studierende

Englische Literatur in Übersichtsartikeln zitieren: wörtliche Übersetzung, sinngemäße Übersetzung und Paraphrase – diese drei Wege dürfen nicht vermischt werden

Beim Schreiben eines Übersichtsartikels habe ich die Schlussfolgerung eines englischen Artikels „sinngemäß“ in meine eigenen Worte gefasst; es las sich sehr flüssig.

Mein Betreuer fragte mich: „Steht dieser Satz beim Autor, oder stammt er von dir?“

Ich konnte nicht antworten –ab einem gewissen Grad der sinngemäßen Übersetzung wird daraus meine eigene Aussage, aber ich hänge weiterhin die Quellenangabe des ursprünglichen Autors daran.

Drei Stufen – wo verläuft die Grenze

Ich teile Quellenangaben inzwischen in drei Stufen ein; beim Schreiben überlege ich zuerst, welche Stufe ich verwende:

Von den drei Stufen ist die zweite am fehleranfälligsten:Die Bedeutung scheint unverändert, doch die einschränkenden Wörter verschwinden stillschweigend.

Die drei Dinge, die bei sinngemäßer Übersetzung am leichtesten verloren gehen

1. Einschränkende Bedingungen: „under tensile loading“ wird zu „unter Belastung“

2. Grad: „markedly increased“ wird zu „leicht erhöht“

3. Unsicherheit: „is likely due to“ wird zu „ist auf ... zurückzuführen“

Wenn eines dieser drei Dinge verloren geht, kann der Satz nicht mehr als „getreue sinngemäße Übersetzung“ gelten.

Paraphrasieren heißt nicht „Satz umformulieren“, sondern „eine Einschätzung abgeben“

Für eine Paraphrase gibt es nur eine legitime Form: Du liest drei Arbeiten, stellst eine Gemeinsamkeit fest und schreibst dann „Die meisten Studien kommen zu dem Schluss, dass …“, wobei die Quellenangabe auf alle drei Arbeiten verweist.

Wenn du nur eine Arbeit gelesen hast und schreibst „Studien zeigen …“, ist das keine Paraphrase, sonderndu behandelst eine einzelne Arbeit als Konsens.

Mein Vorgehen: erst wörtlich, dann sinngemäß

Im ersten Durchgang übersetze ich fast wörtlich; die Sätze klingen hässlich, sind aber genau. Im zweiten Durchgang ändere ich die chinesische Wortstellung, fasse Sätze zusammen und streiche Wiederholungen.

Die beiden Durchgänge trenne ich, damit der Schritt „flüssiger machen“ nicht die Bedeutung berührt.

Wenn man alles in einem Durchgang erledigen will, sitzt meist beides nicht.

Ein konkretes Beispiel für die Überarbeitung

Original:

The measured values were consistently lower than those reported by Kim et al., possibly because the specimens in this study were thinner.

Wörtliche Version:

Die gemessenen Werte lagen durchgängig unter den von Kim et al. berichteten Werten, möglicherweise weil die Proben in dieser Studie dünner waren.

Sinngemäße Version:

Die gemessenen Werte lagen allgemein niedriger als die von Kim et al. berichteten Werte; der Grund könnte sein, dass die Proben in dieser Studie dünner waren.

Geändert wurden zwei Stellen: consistently → allgemein (der Grad an Gleichmäßigkeit bleibt erhalten), possibly → möglicherweise (die Unsicherheit bleibt erhalten).

Beide Änderungen sind klein, aber fehlt eine davon, ändert sich der Charakter des Satzes.

Beide Versionen habe ich in der Vergleichsansicht von MuchSci behalten; so sieht man auf einen Blick, was geändert wurde.

Die Position der Quellenangabe muss zur Stufe passen

Wörtliche Übersetzung: Anführungszeichen; sinngemäße Übersetzung: Satzende; Paraphrase: Themensatz – steht die Quellenangabe an der falschen Stelle, ordnen Leser den Satz falsch zu.

Diesen Punkt habe ich in einem früheren Beitrag separat behandelt (Position der Quellenangabe); hier bei der Übersetzung gilt dasselbe:Wer spricht, muss für Leser auf einen Blick erkennbar sein.

Meine Methode

Lange Absätze stelle ich als Ganzes in der Fachtextübersetzung von MuchSci gegenüber und prüfe Satz für Satz, ob „die einschränkenden Wörter noch da sind“; den überarbeiteten chinesischen Text glätte ich anschließend selbst noch einmal.

Die Fachtextübersetzung von MuchSci liefert eine Vergleichsfassung, keinen Endtext – den Rhythmus des endgültigen chinesischen Textes muss ich selbst justieren, weil die Wortstellung im akademischen Chinesisch sich stark vom Englischen unterscheidet.

Eine kleine Erkenntnis

Beim Zitieren englischer Literatur ist nicht das Englische die Prüfung, sondern das „Gespür für Grenzen“: Was sind die Originalworte des Autors, was ist meine Zusammenfassung?

Nur wenn die drei Stufen klar getrennt sind, ist die Quellenangabe ehrlich; mischt man die Stufen, wirkt der Übersichtsartikel voll, hält aber einer genaueren Nachfrage nicht stand.

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