Beim Gruppenmeeting war ich mit der Paper-Vorstellung an der Reihe. Für dieselbe Arbeit habe ich mich zweimal auf unterschiedliche Weise vorbereitet; im Folgenden vergleiche ich die Vorbereitungsnotizen.
Vorbereitungsmethode eins: mit WorkBuddy-Unterstützung
Der Ablauf bestand darin, den Inhalt der Arbeit abschnittsweise einzufügen und dazu Fragen zu stellen; so sammelte sich ein ganzer Chat voller Fragen und Antworten. Das Problem: Das Skript existierte nur in meinem mündlichen Vortrag und war nach dem Meeting sofort weg; wenn Gruppenmitglieder nachsehen wollten, gab es nichts, was ich ihnen geben konnte; bei Details aus der Literatur konnte ich die Quelle nur ad hoc heraussuchen.
Vorbereitungsmethode zwei: der MuchSci-Workflow
Zuerst werden Originaltext und Metadaten per Recherche festgelegt; bei der Zerlegung der Kernpunkte werden Methoden, Daten und Schlussfolgerungen blockweise gelesen, zuerst beurteilt und dann im Detail gelesen; Fragen und diskussionswürdige Punkte werden am Rand markiert; anschließend wird ein strukturiertes Vorstellungsmanuskript erzeugt – mit Vorschau- und Bearbeitungsfunktion, wobei jede Aussage auf jeder Seite mit der Quelle im Originaltext verknüpft ist. Nach dem Meeting wird das Vorstellungsmanuskript archiviert und abgelegt, sodass die Kolleginnen und Kollegen jederzeit nachsehen können.
Der Unterschied zwischen beiden Versionen zeigte sich im Gruppenmeeting sofort: Bei der Version mit mündlicher Wiedergabe war nach dem Vortrag Schluss; bei der Version mit Vorstellungsmanuskript kamen nach dem Meeting noch Leute zu mir und wollten das Dokument haben – weil man darin blättern, es überprüfen und es bei der Nachbereitung durch die Kolleginnen und Kollegen nutzen konnte.
Die fünf Schritte der Produktionsstraße für das Vorstellungsmanuskript: Originaltext festlegen, Kernpunkte zerlegen, Vorbereitungsanmerkungen, finales Manuskript ausgeben, archivieren und teilen. Einmal vorbereiten, alle profitieren – das ist der Skaleneffekt, den die Vorbereitung haben sollte.