Wer Forschung betreibt, ist mit „Recherche“ vertraut: Schlüsselwörter eingeben, aus einer Literaturdatenbank eine Reihe von Publikationen herausziehen und dann einzeln beurteilen, welche wirklich relevant sind. Geht man jedoch einen Schritt weiter entlang der Literatur – wer in diesem Bereich arbeitet und wer jeweils die Teamleitung ist –, fallen viele auf die ursprünglichste Methode zurück: ein Notizbuch öffnen, die Autorennamen einen nach dem anderen notieren und dann einzeln nach ihren Lebensläufen suchen. Auch nach dem Finden wagt man nicht, sie direkt zu verwenden: Es gibt viele Namensgleichheiten, und ob die Institution passt, beruht oft nur auf Gefühl.
In MuchSci gibt es genau zwei Funktionen, die die beiden Enden dieser Aufgabe abdecken: Die Literaturrecherche ist für „Literatur finden“ zuständig, das Talentprofil für „Personen finden“. Dieser Artikel zerlegt die gemeinsame Recherchephilosophie hinter beiden sowie die Frage, wie man mit MuchSci die beiden Funktionen zu einem Ablauf verbindet und eine Liste „Richtung + Personen“ liefert.
01 Eine Philosophie, zwei Anknüpfungspunkte
Zuerst die Arbeitsteilung der beiden Funktionen klar darlegen.
▲ Abb. 1|Von der Festlegung der Richtung bis zur Lieferung der Liste sind Recherche und Profil zwei Abschnitte derselben Prozesskette
Die Recherche trifft mit Schlüsselwörtern in wissenschaftlichen Datenbanken auf Literatur; das Profil trifft mit Namen, Institution und Lebenslauf in öffentlich zugänglichen Materialien auf Personen. Die Eingaben unterscheiden sich, die Objekte unterscheiden sich, doch die Handlungsstruktur ist völlig gleich: Zuerst wird „getroffen“, dann wird beantwortet: „Ist dieser Treffer verlässlich?“ Bei Literatur müssen Quelle und Relevanz geprüft werden; bei Personen muss geprüft werden, ob Name, Institution und Lebenslauf exakt zusammenpassen. Hat man das begriffen, sind die beiden Funktionen keine zwei isolierten Werkzeuge, sondern zwei Anwendungsfälle derselben Sache an unterschiedlichen Objekten.
Deshalb ist die natürliche Nutzung keine Entweder-oder-Entscheidung, sondern eine Verkettung: Zuerst wird die Forschungsrichtung festgelegt, mit der Recherche ermittelt, welche aktiven Teams es in dieser Richtung gibt, und dann werden die Teamleitungen mit dem Profil zu strukturierten Akten zusammengeführt.
02 Im Vergleich zeigt sich dieselbe Disziplin
Werden beide Funktionen in dieselbe Vergleichstabelle gestellt, werden die Gemeinsamkeiten deutlicher.
▲ Abb. 2|Objekte, Eingaben und Prüfinhalte unterscheiden sich, doch „wie nach dem Treffer Verlässlichkeit bestätigt wird“ ist dieselbe Frage
Am meisten lohnt sich der Vergleich in der Zeile „Umgang mit Mehrdeutigkeit“. Bei Rechercheergebnissen mit unzureichender Relevanz lautet die Vorgehensweise: verwerfen; bei Profilen mit nicht zusammenpassenden Datensätzen lautet sie: als „zu prüfen“ markieren und nicht zu den Expertinnen und Experten zählen. Beide verfolgen nicht die Linie „passt ungefähr, also übernehmen“. Das ist kein Zufall – gerät eine nicht relevante Publikation in die Literaturdatenbank, ist die Zitation falsch; gerät eine nicht zuzuordnende Person in die Liste, bricht die Glaubwürdigkeit der gesamten Bestandsaufnahme zusammen. Lieber ein paar Einträge weniger aufnehmen, als unklare Quellen als verlässliche Ergebnisse zu behandeln – das ist die gemeinsame Disziplin recherchierender Arbeit.
Ein weiterer Gleichklang liegt beim Prüfobjekt. Die Recherche prüft Herkunft und Erfassungsinformationen der Literatur, das Profil prüft Lebenslauf und Institution in öffentlich zugänglichen Materialien – beides sind Fakten, die durch externe Materialien verifiziert werden können, und nicht subjektive Urteile wie „ist dieser Artikel gut“ oder „ist diese Person stark“.
Betrachtet man es noch tiefer, sind die beiden Prüfpfade tatsächlich spiegelbildlich.
▲ Abb. 3|Die Rechercheseite prüft „diese Publikation ist echt und relevant“, die Profilseite prüft „dieser Datensatz beschreibt dieselbe Person“
Die Prüfung auf der Rechercheseite erfolgt in drei Schritten: Die Quelle ist nachprüfbar und lässt sich bis zur Erfassungsdatenbank und zur Zeitschrift zurückverfolgen; die Relevanz wird beurteilt, und der Inhalt steht tatsächlich in Bezug zur Forschungsrichtung; Irrelevantes wird verworfen, Angrenzendes und Fragwürdiges gelangt nicht in die Zitation. Die Profilseite hat ebenfalls drei Schritte: Drei-Wege-Abgleich, bei dem Name, Institution und Lebenslauf Punkt für Punkt übereinstimmen; Unterscheidung von Namensgleichheit, bei der nicht Zusammenpassendes nicht zu einer Person zusammengeführt wird; Isolation von Fragwürdigem, das als „zu prüfen“ markiert und nicht zu den Expertinnen und Experten gezählt wird. Beide Pfade teilen ein Prinzip: Ergebnisse, die die Prüfung nicht bestehen, werden eher verworfen als gewaltsam verwendet.
03 Geliefert werden keine Namen, sondern eine dreifach verzahnte Liste
Nutzt man das Profil allein, erhält man einzelne Akten; verbindet man es mit der Recherche, wird das Ergebnis zu einer Liste „Richtung + Personen“ aufgewertet.
▲ Abb. 4|Erst wenn Richtungsebene, Teamebene und Aktenebene jeweils einzeln prüfbar sind, hat die Liste Bestand
Diese Liste hat drei Ebenen. Die Richtungsebene beantwortet „welches Feld betrachtet wird“ und wird durch den in der Recherchephase eingegrenzten Forschungsbereich, den Aktivitätsgrad und repräsentative Literatur gestützt. Die Teamebene beantwortet „wer daran arbeitet“ und bildet aus den Rechercheergebnissen aktive Teams, Publikationsnachweise und Institutionszugehörigkeit ab. Die Aktenebene beantwortet „wer diese Person ist“ und wird von den vier im Profil erzeugten Feldkategorien getragen——Grunddaten, Ausbildung, Berufsverlauf und wichtigste wissenschaftliche Ergebnisse.
Der Schlüssel der drei Ebenen liegt darin, dass jede für sich prüfbar ist: Die Richtung wird durch Literatur gestützt, das Team durch Publikationsnachweise, die Akte durch Kennzeichnungen der Datenquellen. Wenn andere die Liste erhalten, müssen sie nicht der zusammenstellenden Person vertrauen; sie müssen nur entlang einer beliebigen Ebene zurückverfolgen, und schon lässt sich die Grundlage finden. Das ist deutlich solider als eine Namensliste, die nur Namen und Titel enthält.
04 Funktionsoberfläche: vom Literaturdialog zum Personenprofil
In der praktischen Anwendung befinden sich beide Funktionen unter den Tabs des Agentenassistenten; in der Oberfläche sind es zwei parallele Einstiegspunkte.
▲ Abb. 5|Tab „Literaturrecherche“: dialogbasierte Recherche, die Faktenfragen wie den Umfang der Literaturdatenbank und die Obergrenze pro Recherche beantwortet
Der Recherche-Tab ist eine Dialogoberfläche: Nach einer Frage ruft das System das Recherchewerkzeug auf und liefert eine Antwort mit Quellenangabe – Fakten wie der Abdeckungsbereich der Literaturdatenbank und die Obergrenze der Rückgaben pro Recherche werden direkt angegeben und sind prüfbar. Hat man in diesem Dialog Richtung und Teams ermittelt, wechselt man zum Tab „Talentprofil“, übergibt Namen, Institution und Lebenslauf der Teamleitung an das Profil und erhält genau jene strukturierten Akten, die in den vorigen Artikeln zerlegt wurden. Die Ergebnisse der Recherche (Richtung, Teams, Hinweise) sind zugleich die Eingaben des Profils; die beiden Funktionen sind in der Oberfläche getrennt, im Ablauf aber aufeinanderfolgend.
05 Grenzen
① Dieser Artikel beschreibt Funktionsmechanismen und Kombinationsnutzung und stellt kein Wirksamkeitsversprechen dar. Die Abdeckungsbereiche von Recherche und Profil sind begrenzt; die Vollständigkeit der Liste hängt von der Verfügbarkeit öffentlich zugänglicher Materialien und der Literaturdatenbank ab.
② Strukturierung ist nicht gleich Bewertung. Die Liste ist eine Aufbereitung und Darstellung öffentlich zugänglicher Materialien und stellt keine Bewertung der Fähigkeiten, Empfehlung oder Fürsprache für irgendeine Person dar; Urteile zu konkreten Personen sind von den Nutzenden selbst zu überprüfen und zu verantworten.
③ Es werden ausschließlich öffentlich zugängliche Materialien verwendet. Persönliche Privatdaten sind nicht betroffen; bei formellen Verwendungen wie Begutachtung oder Kooperationsanfragen gelten die aktuellen Regelungen und Verfahren der jeweiligen Einrichtung.